HSG Geislar-Oberkassel 1 vs. Nationalmannschaft der Gehörlosen Kroatien

Ergebnis 23:30
Gut besucht war das Gastspiel des aktuellen Vize-Europameister und "Olympiasieger" im Gehörlosenhandball in der heimischen Sporthalle Beuel-Ost...
Sicherlich mehr als 100 Zuschauer hatten sich eingefunden, um das in allen Belangen ungleiche Duell zu verfolgen. Damit war dieses Spiel besser besucht, als durchschnittliche Länderspiele im Gehörlosnhandball. Die heimische HSG, ohne Mähler und Grommes angetreten, konnte in den ersten 15 Minuten sehr gut mithalten, immer wieder stand es unentschieden bzw. die HSG konnte sogar einmal zum 6:5 in Führung gehen. Danach merkte man aber die zur Zeit besere Kondition der Kroaten, die immer wieder zu schnellen Gegenstößen kamen. Zur Halbzeit stand es 10:13. Auch in der 2. Halbzeit entwickelte sich vor den Augen der vielen Zuschauer ein munteres Spielchen, mit einigen sehenswerten Treffern auf beiden Seiten. Am Ende hatten die Kroaten mit 23:30 gewonnen, drückten aber ihre Freude über die tolle Amtosphäre bei diesem Freundschaftsspiel aus.
Für das Jahr 2012 wurde uns vom Deligierten des Deutschen Gehörlosen Sportverbands, Norbert Hensen, ein Spiel gegen die deutsche Nationalmannschaft der Gehörlosen in Aussicht gestellt.
Hintergründe:
DEUTSCHER GEHÖRLOSEN-SPORTVERBAND
In einer Welt, deren Kultur auf der Lautsprache gründet, bilden Gehörlose und Menschen mit Hörbehinderung eine Gemeinschaft mit eigenem Selbstverständnis. Sie erleben sich nicht als behindert, sondern als Teil einer starken, selbstbewussten Minderheit mit einem unabhängigen kulturellen und sprachlichen Hintergrund. Neben den vielfältigen Aktivitäten, die in der Gemeinschaft der Gehörlosen und Menschen mit Hörbehinderung ausgeübt werden wie Theater, Clubwesen, Karneval, Gebärdensprachfestivals und vielem anderen erfüllt der Gehörlosensport eine bedeutende Rolle. Sportliche Aktivitäten im Verein oder Verband, unabhängig davon, von wem sie betriebenwerden, haben einen integrierenden Charakter. Es begegnen sich Menschen mit einem gemeinsamen Interesse, verbunden mit Freude und sozialer Zusammengehörigkeit. Die Gehörlosen und Menschen mit Hörbehinderung haben eine auf den ersten Blick unsichtbare Behinderung. Dennoch ist diese Behinderung nicht nur entscheidend für deren Bewegungsentwicklung, die im direkten Zusammenhang mit ihrer Sinneswahrnehmung steht. Das Gehör als ein hochempfindliches Sinnesorgan ist in der Lage, Signale ausjeglicher Richtung sogar durch stoffliche Hindernisse hindurch zu empfangen und ist zu jederZeit (selbst im Schlaf) aktiv. Es liefert die räumliche Orientierungssicherheit, die Grundlage ist für zahlreiche bewusste Kontroll- und Anpassungsleistungen. Gerade im Sport, dessen Wesen in der Regel die Bewegung ist, gibt die akustische Wahrnehmung sehr klare Informationen über das Umfeld, wie die Beschaffenheit eines Bodens, die Nähe der Mit- oder Gegenspieler, die Härte und Qualität eines Aufschlages. Diese Möglichkeit der Sinneseindrücke steht Gehörlosen und Menschen mit Hörbehinderung nicht zur Verfügung und sie müssen sich zur Orientierung auf visuelle Kommunikationssysteme stützen. Selbstverständlich wurden die Gehörlosen und Menschen mit Hörbehinderung im Vorlauf der Paralympics - der Olympischen Spiele der Menschen mit Behinderung - mit einbezogen, doch erste Begegnungen zeigten, dass eine Teilnahme Gehörloser und Menschen mit Hörbehinderung auf Grund ihrer eigenen Sprachwelt scheitern musste. Die allgemeine Kommunikation in der Welt der Menschen mit Behinderung beruht auf mündlicher Vermittlung und akustischer Wahrnehmung, die Kommunikation der Gehörlosen und Menschen mit Hörbehinderung dagegen auf visueller Vermittlung und optischer Wahrnehmung. Die Kommunikationsbarriere der Gehörlosen und Menschen mit Hörbehinderung in dem Bereich Behindersport besteht
in gleicher Form im Bereich des Sports der Hörenden. Zudem hatte sich die Eigenständigkeit des Gehörlosensports auf internationaler Ebene bereits bestätigt, lange bevor sich der Behindertensport etablierte.

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